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Das Deutsche Hygiene-Museum: Gläserner Mensch und Gesundheitsvorsorge

Kategorien: Mensch & Gesundheit

Der Hauptauftrag des Deutschen Hygiene-Museums liegt in der Aus- und Weiterbildung des Menschen in der Gesundheitserziehung. Dabei geht es nicht nur um die Hygiene, sondern noch vielmehr um die Anatomie, die Gesundheitsvorsorge und die Ernährung des Menschen.

Abbildung: Das Deutsche Hygiene-Museum befindet sich in Dresden, der Landeshauptstadt Sachsens. © Andre Baumann – Fotolia.com

Anfänge des Museums

Der Dresdner Unternehmer und Odol-Fabrikant Karl August Lingner gründete das Deutsche Hygiene-Museum im Jahre 1912. Anstoß gab die ein Jahr zuvor durchgeführte erste internationale Hygiene-Ausstellung, an der Lingner maßgeblichen Anteil hatte. Millionen Besucher ließen sich durch die Ausstellung über die Gesundheitspflege belehren. Das war eine extrem positive Entwicklung, denn zu der damaligen Zeit war der Hygienestandard nicht im Ansatz so ausgeprägt wie heutzutage. Weder regelmäßiges Duschen oder Baden sowie Hygieneartikel waren in der Bevölkerung verbreitet. Das hatte besonders in Ballungsräumen (z. B. Städten wie Dresden) fatale Folgen: Haut- und Geschlechtskrankheiten wie beispielsweise Pilze sowie Tuberkulose verbreiteten sich immer mehr. Doch nicht nur die Körperhygiene, sondern ebenso die Produktionsstandards der Lebensmittel ließ zu wünschen übrig.

Hygienischer Notstand

Aus diesem hygienischen Notstand heraus erwuchs bei Lingner die Idee ein Museum zu errichten, um die Menschen über das Themenfeld Gesundheitsvorsorge aufzuklären. Ebenso der Ausbau von Sanitäreinrichtungen im privaten und öffentlichen Bereich war eines der angestrebten Ziele. Nach der ersten Ausstellung folgten weitere, erfolgreiche Wanderausstellungen bis schließlich das deutsche Hygiene-Museum gegründet wurde. Die Bedeutung von Museen als Meilensteine der Geschichte wird an diesem Beispiel besonders deutlich. Denn denkt man an die heutigen Badezimmer und vielseitigen Duschelemente sowie den hohen Hygienemaßstab in öffentlichen Einrichtungen, lag Lingner mit seinem Vorantreiben der gesundheitlichen Standards genau richtig. Wer möchte die heutigen sanitären Möglichkeiten schon missen?

Schwarze Jahre des Museums

Das Hygiene-Museum machte aber ebenso schwere Jahre mit und wurde zur Zeit des Nationalsozialismus für Propagandamaßnahmen missbraucht. Heute unterliegt dieses Dresdner Museum übrigens einer Konzeption, die an dem Aufklärungsgedanken Lingners aus den ersten Jahren stark anknüpft und ebenso die Bildung junger Menschen und Kinder zum Ziel hat.

Der Gläserne Mensch

In den ersten Jahren des Deutschen Hygiene-Museums wurde der Gläserne Mensch als Teil der zweiten Internationalen Hygiene-Ausstellung entwickelt. Damals eine Weltsensation, ist er bis heute die absolute Attraktion des Museums. Dabei handelt es sich um ein durchsichtiges, anatomisches Abbild des Menschen, bei dem Funktion und Aufbau der inneren Organe nachvollzogen werden können. Heute existiert dazu passend auch eine Gläserne Frau. Übrigens stellt die Museumswerkstatt auch für andere Museen Abbilder dieser Figur her.

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